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Mandala malen – ausmalen

“Mandala malen” lässt sie pendeln zwischen dem rationalen Wissen der linken Gehirnhälfte, die ihnen die Struktur vermittelt und dem Intuitiven der rechten Gehirnhälfte, der gestalterischen Kreativität. Beides wird für ein Mandala benötigt. Es liegt erst einmal bei ihnen, beim Malenden, mit welchem Anteil er bewusst beginnt.

So kann sich beim intuitiven, spontanen Malen ein Mandala ergeben, ohne dass sie vorher daran gedacht haben oder darüber nachgedacht haben.
Wenn sie sich einmal intensiv mit dem, was Mandala bedeutet, beschäftigt haben, werden sie merken, das sie sehr schnell bei dem sind, was man mit einem Mandala bezeichnen kann.

Lebensblume Vorlage

Das hat mittlerweile dazu geführt, das alle Mal-Vorlagen, die von einem Kreis, Quadrat oder anderem symmetrischen Gebilde begrenzt oder optisch beherrscht werden als Mandala angepriesen und vermarktet werden.

Sicher sind die “Mandala“-Vorlagen ganz nützlich, wenn sie sich in der Wirkung und Auswirkung von Farben einüben wollen. Es macht auch vielen einfach Spaß, die Felder einfach nur auszumalen.
Eigentlich sind die meisten Mandala Vorlagen aber nichts anderes, als alle andere Ausmal-Bücher und auch als solche nur zu sehen und zu nutzen.

Anziehend sind für jeden Menschen die geometrischen Muster und Anordnungen wie sie überall in der Natur vorkommen und sich aus dem Zusammenspiel der Energien, Farben und Formen ergeben. Intuitiv verbinden wir die sich in Muster zeigenden Harmonie und Ordnung auch mit einer heilen Welt.
In einer einer heilen Welt hat alles seinen Platz, dort stimmt die Ordnung. Lebendige Organismen bauen Muster und Ordnungen auf. Doch gleichzeitig werden Muster und Ordnung wieder zerstört. Wenn wir die Ordnungen in uns schon nicht stabil halten können, dann zieht uns alles an, was eine stabile Ordnung verspricht. Ein Mandala macht das. Deshalb sind auch die Malvorlagen für ein Mandala so beliebt.

Auf die Dauer sollten sie sich von den allgemeinen Vorlagen trennen und sich trauen, eine eigene Mandala-Struktur, eine eigene Ordnung zu entwerfen und diese mit ihrer persönlichen Kreativität zu füllen.

Mit dieser Methode wird das Mandala ein Ausdruck von ihnen selbst, wie jedes andere Bild, das sie malen. Im Mandala wird relativ einfach und deutlich, welche Ordnung und Anordnung sie im Moment des Malens gewählt haben.

Die Ordnung des Mandala ist mehr als die geometrische Struktur. Zur Ordnung kommen noch die verwendeten Farben. Es heißt ja ” Man sollte Farbe bekennen”, d.h. man soll mitteilen, worum es geht, auf inhaltlicher und emotionaler Ebene.

Ein Mandala ausmalen heißt also auch, dass sie Farbe bekennen. Sie merken sehr schnell, wie die Wirkung des Mandala von der Wahl der Farben.

Herbstblume des Lebens

Dies können sie sehr schnell sehen, wenn sie eine Vorlage mehrfach verwenden und unterschiedlich ausmalen.

Blume des Lebes

Versuchen sie nicht so sehr eine Interpretation für ihr Mandala zu finden, sondern achten sie mehr auf die Wirkung der Formen und Farben.

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Die Beschäftigung mit Mandala ist die Möglichkeit, sich dem Kreativen frei anzuvertrauen und gleichzeitig eine Struktur zu beachten. Eine Struktur, die eigentlich sehr einfach ist, und gleichzeitig komplexe Entwicklungen möglich macht und in Gang setzt.
Man kann vom Mittelpunkt ausgehen und sich nach draußen bewegen. Jeder Ort hat immer einen sichtbaren Bezug zum Mittelpunkt.

Ort

Im Unterschied zu anderen Bildern hat das Mandala immer einen Mittelpunkt, ein Zentrum, von dem alles seinen Bezug zum anderen hat. Der Mittelpunkt des Mandala kann mit dem optischen Mittelpunkt oder mit dem geometrischen Mittelpunkt des Bildes übereinstimmen, muss es aber nicht.
Eine Eigenschaft eines Mandala ist, das es eine klare Umgrenzung, eine wahrnehmbare Grenze hat. Das Bild mit den Pfeilen hat zwar einen Mittelpunkt, es fehlen ihm noch die klar gestalteten Grenzen. Damit aus dem Bild der Pfeile ein Mandala werden kann, müssen noch Begrenzungen eingezeichnet werden.
Wenn sie ein Mandala entwerfen, heißt es für sie, dass sie die Grenzen festlegen müssen. Allgemein kann man sagen:

Sich mit Mandala zu beschäftigen heißt grundsätzlich, sich mit Mittelpunkt und Grenzen malerisch zu beschäftigen. Ohne bewusst eine Grenze deut­lich zu machen, wird kein Mandala entstehen.

Wenn sie selber ihr Mandala entwerfen, dann setzen sie die Grenzen des eigenen Mandala. Malen sie ein Mandala nur aus bedeutet das, sie setzen sich mit vorgegebenen Grenzen auseinander und lernen sich in diese einzupassen. Einpassen und Anpassen sind sehr wichtig für das Funktionieren einer Gesellschaft. Ohne Einhalten von gegebenen Grenzen ist ein Miteinander kaum möglich. Ebenso wichtig ist, das jeder für sich lernt, wie und wann er Grenzen selber setzen kann und muss.

Das Malen und der Weg des Mandala unterstützen jeden malerisch beim Finden und Setzen seiner Grenzen in Bezug zu seinem Mittelpunkt, seiner persönlichen Mitte.

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Wo alles mit begonnen hat

Gemalt habe ich immer schon gerne. Ich hätte auch ganz gerne beruflich etwas in dieser Richtung begonnen, es kam aber immer wieder anders. So richtig kam mein bildnerisches Gestalten mit meinen ersten gruppendynamischen Erfahrungen 1974 in Gang.

Nichts ahnend, worauf ich mich da aus persönlicher Neugierde eingelassen hatte, erschütterte dieses Seminar meine bis dahin gut gehütete innere Stabilität. Zu dieser Zeit studierte ich in Aachen Mathematik, Physik und gleichzeitig als zweites Studium Psychologie.

Das Seminar setzte in mir neue Sicht- und Fühlweisen in Gang, die ich in dynamische Farbkompositionen umsetzte. Zu dieser Zeit hatte ich noch nichts von Mandala gehört oder gesehen. In meinen Bilder kamen aus heutiger Sicht wohl immer wieder ein Mandala vor.Das große Mandala- Buch. Mandala in Aktion

In den Bilder und mit den Bildern konnte ich das ausdrücken und sichtbar machen, was mich so heftig innerlich bewegte.
4 Jahre Später, 1978 entdeckte ich bei Hella Stell, einer damals guten Freundin von mir, “Das große MANDALA-BUCH” von Jose und Miriam Argüelles.
Der Inhalt des Buches hat mich sofort berührt und gefangen genommen. Es fiel mir wie Schuppen von Augen und Herz und ich begann mit Mandala zu experimentieren. Es wurde ein Weg zu meiner Mitte und es ist bis heute ein Weg ins Zentrum geblieben.

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