Das Dreieck, eine ursprüngliche Form
Sep 7th, 2006 von HJW
Dreieck, Kreis und Quadrat werden als ursprüngliche Formen betrachtet, weil sie visuell nicht weiter auf eine regelmäßig geschlossene Form reduziert werden können. Ein Dreieck ist in der Fläche die erste Form, die eine Raumbegrenzung darstellt.
Der Kreis kann vom Allumfassenden zu einem Punkt zusammenschrumpfen. Er stellt die Verbindung vom Mikrokosmos zum Kosmos her und kann als Form und Symbol für das sich ausdehnende oder zusammenziehende Universum betrachtet werden. Das kann das Dreieck nicht.
Mit dem Erscheinen oder Gestalten eines Dreiecks entsteht Fläche. Dreieck muss eine Form sein, die vor aller konkreten Schöpfung steht.
Mit drei Punkten, die nicht auf einer Geraden liegen, legt man immer eine Fläche, eine Ebene fest. Jede geradlinig begrenzte Fläche lässt sich in Dreiecke aufteilen, zerlegen.

Abbildung: Flächenteilung mit Dreieck
Ein Dreieck weist mit seiner Spitze immer in eine bestimmte Richtung. Man benutzt es deshalb in vielen Zusammenhängen als Richtungssymbol. Jeder Pfeil hat an seiner Spitze ein Dreieck. Erst das Dreieck macht den Pfeil zum Pfeil.

Abbildung: Dreieck als Richtungsgeber
Das Quadrat hatte auch Ecken. Die vier Ecken zeigten in die vier Himmelsrichtungen. Vom Quadrat wissen wir, das es transzendiert werden muss. Es bezeichnet die Welt des irdischen. Es ist die Form für Ordnung und Vollkommenheit. Anders ist es beim Dreieck.

Abbildung: Vier Himmelsrichtungen
Dreieck ist das Symbol für die Ausbalancierung von Gegensätzen. Während sich die Gegensätze in ihrer Wirkung aufheben und neutralisieren, schafft der dritte Punkt eine neue Richtung. Man kann auch sagen, im Dreieck entwickelt sich die schöpferische Kraft, die aus der Polarität etwas Neues schafft. Sie wandelt um und schafft eine Anpassungsmöglichkeit.
Es ist die erste Fläche, die man auf die Ganzheit eines Kreises beziehen kann. Zu jedem Dreieck gibt einen Kreis, auf dem die drei Eckpunkte liegen.
Ein Dreieck steht für die Kräfte des Kreativen, der Phantasie, des Selbstausdrucks und der konkreten Handlung. Mit ihm ist der Weg für eine neue Materialisation frei. Es verwundert deswegen auch nicht, das die Dreiecksform dem Weiblichen und dem Männlichen zugeordnet wird.

Abbildung: Symbol des Weiblichen
Ein nach unten weisende, umgekehrte Dreieck wird oft mit dem weiblichen in Verbindung gebracht. Es hat die Form der weiblichen Scham. Es ist ein Symbol für die schöpferisch-gebärende Macht des Weiblichen. Es ist dem göttlich Weiblichen gewidmet.

Das Dreieck mit der Spitze nach oben wird zur Symbolkraft für das Männliche.

(3 Bewertung, Punkte: 4.33 von 5)