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Mandalaartige Ornamente

Unter Mandala im engeren Sinne versteht man ein begrenztes Flächenornament. Ein Mandala kann zufällig oder bewusst bei der ornamentalen Gestaltung entstehen. Handelt es sich bei der begrenzten Fläche um einen Kreis oder ein Quadrat, so ist es sehr wahrscheinlich, das dabei ein mandalaartiges Ornament entsteht.

Die Fläche kann gefüllt werden mit geometrischen Motiven, natürlichen oder künstlichen Formen. Die Gestaltung kann zufällig sein, mehr einen naturalistischen Charakter haben oder als eine stilisierte Form natürlicher Figuren darstellen.

Bei der Flächenaufteilung kann man grundsätzlich unterscheiden,

  • einmal, wenn es ein oben und unten gibt, dann handelt es sich um eine einachsigsymmetrische Aufteilung,
achsensymmterisch

Abbildung 5.1: achsensymmetrisch

achsensymmetrisch

Abbildung 5.2: achsensymmetrisch

  • oder das Ornament entwickelt sich aus der Mitte nach allen Seiten hin gleichartig, dann ist es ein zwei oder mehrachsig-symmetrisches Gebilde.
mehrachsig

Abbildung 5.3: mehrachsig -symmetrisch

Es kann dabei schon einmal sein, das es Abweichungen in der absoluten Symmetrie gibt. Sie erstrecken sich meistens im Detail. In der Gesamtwirkung bleibt der Eindruck der Symmetrie erhalten und die Regelmäßigkeit bewahrt

Entscheidend für das Erscheinungsbild mandalaartiger Ornamente sind Symmetrie und Regelmäßigkeit.

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Mandalaartige Strukturen werden von der Natur genutzt, treten visuell dennoch nicht so oft in Erscheinung. Auffallend ist, dass besonders Pflanzen wie die Blumen, diese Struktur ausgebildet haben. Es scheint etwas Anziehendes, Anlockendes, Aufmerksamkeit erregendes zu sein, mit dem die Pflanzen mit der Tierwelt visuell kommunizieren. Im Bereich der Lebewesen ist es der Mensch das einzige Wesen, dass mandalaartige Strukturen für sich nutzt und bewusst einsetzt.
Je mehr die Menschen eine Kultur entwickelten, um so mehr tauchten kunstgemachte ornamentale Strukturen auf. Beginnend mit den Höhlenmalereien hin zu den Hochkulturen in Ägypten, China, Süd- und Nordamerika.
Die verwendeten Ornamente sind einmal Verziehrungen in Wohn- und Gebrauchsgegenstände der dort ansässigen Menschen und zum anderen Symbole, Zeichen für bestimmte Anlässe und Zwecke, Rituale und Riten.
Bei den kunstgemachten ornamentalen Strukturen ist nicht nur das Material oder der natürliche Wachstumsprozess in der Ausgestaltung im Spiel, sondern hier greift der menschliche Geist und Verstand in das Gestalten ein.
Ornamente dienen meistens zur Ausschmückung und Zierde. Sie haben zunächst keine Bedeutung für die Funktion dessen, was sie schmücken. Es ist zunächst eine künstlerische Bedeutung die eine visuelle Botschaft mit sich trägt.
Für die Verziehrungen und Muster verwendeten die Menschen auch immer geometrische Motive. Die Muster und Ornamente sind gekennzeichnet, dass die Motive sich wiederholen. Am einfachsten eigneten sich dazu wieder die Grundformen Kreis, Viereck und Dreieck und deren kreative Kombination.
Unterscheiden kann man die Ornamente einmal nach der Kultur, in der sie vorkommen oder nach geometrischen Gesichtspunkten. Der Gebrauch der geometrischen Formen zeigt gleichzeitig an, in wie weit die Menschen sich mit geometrischen Theorien und Inhalten beschäftigten. Es zeigt sich, dass Menschen aller Kulturen die geometrischen Grundformen benutzen. Geometrisch exakte Ornamente kommen überall vor. Um sie zu erstellen, benötigt man eine gewisse geometrische Fertigkeit und ein Wissen, wie man konstruktiv mit den geometrischen Formen vorgehen kann.
Im groben kann man Ornamente einteilen:

  • in Bandmotive, dann bilden die Wiederholungen ein Band. Sie bringen ein Einfassen und Verknüpfen zum Ausdruck. Ein Band hat kein oben und unten und sind in der Längsrichtung nicht begrenzt
Bandmuster

Abbildung 4.1: Bandmuster

Bandmuster

Abbildung 4.2: Bandmuster

  • in Flächemuster, dann breitet sich das Ornament entweder auf einer Fläche aus, wie z.B das Muster eines Stoffes, einer Tapete oder das Ornament schmückt eine begrenzte Fläche und ist darauf eingepasst.
Flächenmuster

Abbildung 4.3: Flächenmuster für begrenzte Flächen

Flächenmuster

Abbildung 4.3: Flächenmuster für unbegrenzte Flächen

In allen Ornamentarten treten mandalaartige Formen auf. Während beim Bandmotiv oder beim unbegrenzten Ornament eine mandalaartige Struktur sich ergibt oder auch nicht, tritt bei einem begrenzten Flachornament ein Mandala häufiger auf. Das hat damit zu tun, dass sich begrenzte Flächen am besten mit regelmäßigen und symmetrischen Figuren füllen lassen.

Flächenmuster
Abbildung 4.5: mandalaartiges Ornament

Das Mandala oder ein mandalaartiges Ornament ist eine Folge der geometrischen Zusammenhänge und tritt deshalb überall dort auf, wo Flachornamente benutzt und genutzt werden. Ein Mandala ist als geometrische Form nichts besonderes und kommt in allen Zusammenhängen vor, die geometrisch von Menschen dargestellt werden.

Für ein Mandala gilt wie für jedes grafische Gebilde, das es seine besondere Eigenschaft erst durch den Zusammenhang bekommt, indem es benutzt wird.

Erst ein Ritual, eine nach festen Regeln durchgeführte, eher feierliche Handlung mit hohem Symbolgehalt macht aus einer geometrischen Mandalaform, ein energetisches Mandala Symbol.

Ohne die Kenntnisse und die Durchführung eines Ritual wird durch ein Ausmalen eines geometrischen Musters daraus kein Mandala. Ausmalen eines Ornamentes alleine ist kein Ritual, sondern eine kreative Tätigkeit, nicht mehr und nicht weniger.

Die Mandala-Malblöcke, die man immer noch überall als etwas besonderes kaufen kann, sind Ausmalvorlagen für Ornamente. Es macht bestimmt vielen Menschen Spaß, die Ornamente zu füllen, Muster zu entwerfen. Die Welt ist voller Muster. Nur hat das Färben von Mustern erst einmal nichts mit einem rituellen Gebrauch eines Mandala zu tun.

Die Wirkung beim Ausmalen der Muster ist bestimmt durch die symmetrischen Anordnungen, die jedes Ornament auszeichnet, ob es nun ein mandalaartiges Ornament ist oder nicht. Malen an sich hat immer eine Wirkung auf den der malt und Bilder haben immer eine Wirkung auf den, der sie betrachtet.

Oft ist es auch so, das etwas in eine bestimme Richtung wirkt, weil man vorher die Information bekommen hat, dass es so wirken wird. In der Psychologie nennt man dies “eine sich selbst erfüllende Prophezeiung”.

Es ist dann nicht das Bild oder die malende Tätigkeit, sondern die Intention und die Absicht, die eine bestimmte Wirkung beim Malenden hervor ruft.

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Mandala eine Naturform

Mit den drei geometrischen Grundformen Kreis, Viereck und Dreieck hat man alles an der Hand, um geometrisch in die Welt des Mandala einzutauchen. Bevor man sich in die Welt des schaffenden und erschaffenden begibt, ist es sinnvoll, zunächst in das Geschaffene hineinzuschauen. Dabei kann man entdeckten, dass ein Mandala keine Erfindung des Menschen ist. Mandalaartige, ornamentale Strukturen entstehen in der Natur durch Eigenschaften der Materie. Man kann sie in der unbelebten, wie in der belebten Materie finden. Jeden Tag und jede Nacht erscheint Mond und Sonne als eine Scheibe am Himmel. Sie sind nicht immer so schön und vollends sichtbar. Wenn sie zu sehen ist, sind die Menschen von den Himmelsrescheinungen beeindruckt. Von vielen Völkern wurden die Himmelskörper verehrt und heute noch stehen sie im Interesse von Wissenschaft und Forschung

Mond

Abbildung 3.1: Mond
Wendet man seinen Blick vom Himmel zurück auf die Erde, dann führt die Suche nach mandalaartigen Mustern in die anorganischen Welt der Kristalle. Besonders schön und geheimnisvoll zeigen sich die Eiskristalle. Im Winter verzaubern sie die Fenster mit wunderschönen Mustern.

Sonne

Abbildung 3.2: Sonnenuntergang

Eiskristall

Abbildung 3.3: Eiskristall

Eiskristall

Abbildung 3.4: Eiskristall
In der organischen Welt gibt es weitere Muster, die man in die Kategorie Mandala einordnen kann. Der Beginn und Ausgangspunkt von Wachstum ist überall eine einzelne, meistens kreisrunde Zelle, die sich teilt. Nach einer bestimmten Anzahl von Zellen, Kreisen beginnt sich eine Struktur aufzubauen, die den Organismus, die Pflanze, das Lebewesen bildet. Es entstehen wachstumsbedingte Ordnungen und Strukturen wie zum Beispiel die Jahresringe bei einem Baum.

Wachstumsringe

Abbildung 3.5: Wachstumsringe

Jahresringe

Abbildung 3.6: Wachstumsringe
Ähnliche Strukturen sind in Versteinerungen und Marmor zu finden.

Versteinerung

Abbildung 3.7: Versteinerung
Vielfältig und reichhaltig bilden Blüten und Früchte von Pflanzen und Pilzen mandalaartige Anordnungen, als Beispiel einige Blumen:

Blume

Abbildung 3.8: Blume

Blume

Abbildung 3.9: Blume

Blume

Abbildung 3.10: Blume

Sonnenblume

Abbildung 3.11: Sonnenblume
Bei den Tieren kommen derartige Muster nicht so häufig vor. Zu sehen sind sie bei einigen Schmetterlingen und beim Pfau.

Schmetterlinge

Abbildung 3.12: Schmetterlinge

Pfau

Abbildung 3.13: Pfau
Benutzt wird die Struktur von der Spinne, wenn sie ihr Netz aufspannt. Oder bei Vögeln, wenn sie ihr Nest einrichten.

Spinnennetz

Abbildung 3.14: Spinnennetz.
Muster allgemein, d.h die Wiederkehr gleicher und verwandter Formen sind in der organischen und anorganischen Welt sehr viele wahrzunehmen und zu beobachten. Die Formen sind dabei mehr oder weniger regelmäßig aneinander gereiht oder gespiegelt.

Bis auf die Welt der Pflanzen erscheinen bei Tieren und anderen Organismen mandalaartige Struktur eher selten.

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